Hörspielrezension: «Gespenster-Krimi Folge 8: Die Blutbestie» (Contendo Media/Audionarchie)

by 10.5.16 0 Kommentare

Bislang wurden beim Gespenster-Krimi immer abwechselnd Romane von Earl Warren und eigens für die Reihe geschriebene Storys vertont. Von dieser Reihenfolge weichen Contendo und Audionarchie aber nun ab, um uns mit Gespenster-Krimi Folge 8: Die Blutbestie die Adaption einer Geschichte von A. F. Morland zu präsentieren. Das Skript stammt von Markus Duschek, die Laufzeit beträgt ca. 61 Minuten.

Professor Flack hat es geschafft. Er kann Lebewesen unsichtbar machen! Sein Assistent Steve Dury stellt sich für den entscheidenden Versuch zur Verfügung, doch es geschieht ein schrecklicher Unfall im Labor. Das wahnsinnige, mordgierige Grauen entkommt den Flammen und fällt über die kleine Stadt Holsworthy her. Keiner ist vor der Blutbestie sicher. Profiler Dave Donovan nimmt den Kampf mit dem Unsichtbaren auf… (Klappentext)

Wenn das Wort "Blut" bereits im Titel auftaucht, dann darf man berechtigterweise erwarten, dass es im Hörspiel auch literweise fließt. Und genau das passiert auch: Die Blutbestie tobt sich richtig aus, was auch sehr drastisch in Szene gesetzt wird. Mit dieser heftigen Gangart ist das Hörspiel definitiv nichts für Zartbesaitete. Die Maulhelden des Ortes blasen natürlich vollmundig zur Jagd auf das Monster, doch nur ein wackerer Streifenpolizist sowie ein Auswärtiger in Person des Profilers Dave Donovan sind wirklich bereit, etwas gegen den unsichtbaren Killer zu unternehmen, der nicht nur auf offener Straße zuschlägt, sondern auch in die Häuser der verängstigten Bevölkerung von Holsworthy eindringt.

Den Konventionen des Genres kann sich dieses Hörspiel zwar auch nicht entziehen, doch gesteht es dem Monster mehr Tiefe zu als es bei vielen anderen Gruselhörspielen der Fall ist: Steve Dury wurde durch ein verhängnisvolles Experiment in die Blutbestie verwandelt - doch tief drin in dieser marodierenden Mordmaschine ist ein Teil von Durys Persönlichkeit erhalten geblieben. Und eben diesen Teil will Durys Verlobte Alice ansprechen, um das Monster zu stoppen. Die Konfrontation zwischen Alice und Dury/der Blutbestie ist ganz großes Drama und wahrscheinlich die beste Szene im Hörspiel.

Zur Besetzung gehören dieses Mal unter anderem Mark Bremer, Merete Brettschneider, Martin Sabel und Wolfgang Hartmann. Bremer ist mir noch aus Peter Lundt: Blinder Detektiv in bester Erinnerung, und auch als Dave Donovan kann er überzeugen. Da übrigen Mitglieder des umfangreichen Casts ebenfalls gute Arbeit abliefern, ist in Sachen Sprecherleistung für mich alles im grünen Bereich. Ebenfalls keinen Anlass zur Beschwerde bieten in meinen Augen die Regie von Patrick Holtheuer. Das Sounddesign von Andy Muhlack ergibt im Zusammenspiel mit der Musik von Muhlack und Konrad Dornfels eine sehr ansprechende, dichte Klangkulisse für das Geschehen.

Irgendwo habe ich gelesen, Die Blutbestie soll eine der beliebtesten Geschichten von A. F. Morland sein. Ob das stimmt, weiß ich nicht, da Heftromane nicht meine Welt sind. Was ich dagegen mit Bestimmtheit sagen kann: Gespenster-Krimi Folge 8: Die Blutbestie hat mich eine Stunde lang wirklich gut unterhalten und damit meine Erwartungen erfüllt. Dieser Serie bleibe ich vorerst auf jeden Fall treu.


Gespenster-Krimi Folge 8: Die Blutbestie ist eine Produktion von Contendo Media und Audionarchie. Seit dem 6. Mai 2016 ist es im Handel auf CD oder als Download erhältlich.



WatchmanCL

Blogger und Rezensent

Christian Loges lebt und arbeitet in Aachen. Wenn er nicht gerade bloggt, verbringt er seine Freizeit gerne mit seinen Freunden und in der Natur. Oder er gönnt sich bei einem anständigen Kaffee ein gutes Buch, einen Film, eine Serie, einen Comic oder ein Hörspiel.

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