Hörspielrezension: «Dreamland Grusel 22: Im Bann der Teufelskrähe» (Dreamland Prod.)

by 7.10.15 0 Kommentare

Die Reihe Dreamland Grusel, die sich als Hommage an die Neon-Gruselserie aus den frühen 1980ern versteht, feiert 2015 ihren zehnten Geburtstag. Und seit ihren Anfängen wurde Abwechslung stets groß geschrieben. Wenn die Reihe nach dem düsteren Zweiteiler DLG 20/21: Ein höllisches Vermächtnis/Der ewige Widersacher mit der demnächst erscheinenden zweiundzwanzigsten Ausgabe nun wieder in eine ganz andere Richtung steuert, verwundert dies also überhaupt nicht. Wie es dem Hörspiel allerdings gelingt, nicht nur den Gruslern von H.G. Francis Reverenz zu erweisen, sondern gleich auch noch einer anderen Serie aus der Ära der Kassettenkinder, ist schon bemerkenswert. Dreamland Grusel 22: Im Bann der Teufelskrähe hat eine Laufzeit von ca. 60 Minuten und kommt am 9. Oktober in den Handel.

Schwarze Federn, rot glühende Augen und heisere Schreie, die Teufelskrähe! Im Internat Schloss Krähenfels geht die Angst um. Bereits mehrere Schüler und eine Lehrerin wurden Opfer der riesigen Krähe. Um dem Grauen auf die Spur zu kommen und der Teufelskrähe Einhalt zu gebieten, werden die beiden erfahrenen Detektive Tom und Nina eingeschaltet. Doch schon bald erfahren sie am eigenen Leib, welche Gefahr von der Bestie tatsächlich ausgeht. Werden sie diesen Fall überleben? Oder wird der Bote aus der Hölle triumphieren?

In den 1980ern lösten nicht nur Die drei Fragezeichen, Die fünf Freunde oder die Viererbande TKKG verzwickte Fälle, sondern auch Tom und Locke. Lediglich zwölf Folgen lang ermittelten die beiden Jugendlichen, ehe das Label Europa den Stecker zog. Nicht gerade viel im Vergleich zu den Kollegen, die bis heute noch im Geschäft sind. Aber die Fans haben die Serie nie vergessen - und auch Dreamland-Chef Thomas Birker sowie das Duo Stein/Hardt offensichtlich nicht. Denn für Im Bann der Teufelskrähe bringen sie die beiden Spürnasen zurück und lassen sie einen neuen Fall lösen, der es in sich hat und die Protagonisten an den Rand der Belastbarkeit zwingt. Hinter Stein/Hardt verbirgt sich das Team Tom Steinbrecher und Paul Burghardt, das nach einer Idee von Thomas Birker die Story für dieses Hörspiel geschrieben hat, das als ein klassisches Jugendhörspiel beginnt und mit dem Internat Krähenfels, Nerds, einer Gothic-Band sowie einem unsympathischen Hausmeister alle für dieses Genre typischen Ingredienzien aufweist. Tom und Nina beginnen ihre Ermittlungen, machen schnell erste Verdächtige aus und zur Hälfte der Laufzeit scheint alles gradlinig auf die Lösung des Rätsels um die mysteriösen Krähenangriffe hinauszulaufen. Doch dem ist beileibe nicht so, denn von nun an wird es gruselig. Der Plot hat sich gewissermaßen warmgelaufen, dreht nun ordentlich auf und mündet in einem Finale, das sich wirklich hören lassen kann.

Wie weiland werden Tom und Nina von Sascha und Kerstin Draeger gesprochen, Katja Brügger ist als Direktorin Meyer zu hören, den Internats-Hausmeister Kolbe verkörpert Udo Schenk. Außerdem konnte man Patrick Bach und Sven Plate für das Hörspiel gewinnen. Alles erfahrene Sprecherinnen und Sprecher. Daneben wirken auch junge Stimmen wie Timo Kinzel, Jenny Maria Meyer, Tim Kreuer, Farina Brock und Florentine Draeger mit und sorgen dafür, dass man durchaus den Eindruck hat, es mit Oberstufenschülern zu tun zu haben. Die Leistung des Casts weiß zu gefallen, die Regie ist souverän. Eine besondere Erwähnung wert ist die Musik von Alexander Schiborr, Andreas Max und Tom Steinbrecher, denn sie fängt das Flair der Soundtracks von Hörspielen aus seligen Kassettenkinder gekonnt ein und leistet einen großen Beitrag zur Atmosphäre in dieser Produktion.

Der Mix aus Jugend- und Gruselhörspiel funktioniert, das angestrebte Retro-Feeling stellt sich ein und der Spannungsbogen trägt Dreamland Grusel 22: Im Bann der Teufelskrähe über seine 60 Minuten Spielzeit. Es ist ein kurzweiliges Hörspiel, das man sich gerne auch noch ein zweites oder auch drittes Mal anhört. Da ist es verzeihlich, wenn Sätze fallen wie "Ich habe euch nur als dunkle Schatten in der Dunkelheit wahrgenommen" oder "Geduckt schlichen wir von dunkler Ecke zu dunkler Ecke", die das Lektorat niemals hätten überleben dürfen. Es existieren in der deutschen Sprache Synonyme für die Begriffe "dunkel" oder "Dunkelheit". Und helle Schatten habe ich noch nie gesehen. Aber was soll's.

Solche kleinen Unzulänglichkeiten ändern nichts daran, dass Dreamland Grusel 22: Im Bann der Teufelskrähe sich als ein charmantes Hörspiel präsentiert, das Gruselfans gut zu unterhalten versteht. Darum kann ich es mit gutem Gewissen empfehlen.


Dreamland Grusel 22: Im Bann der Teufelskrähe ist eine Produktion von Dreamland Produktions. Das Hörspiel kommt am 9. Oktober 2015 offiziell in den Handel.



WatchmanCL

Blogger und Rezensent

Christian Loges lebt und arbeitet in Aachen. Wenn er nicht gerade bloggt, verbringt er seine Freizeit gerne mit seinen Freunden und in der Natur. Oder er gönnt sich bei einem anständigen Kaffee ein gutes Buch, einen Film, eine Serie, einen Comic oder ein Hörspiel.

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