Amazon schreibt Onlinehändlern gleichgeschaltete Preise vor

by 25.3.10 0 Kommentare
In seinem Bestreben, den Preiswettbewerb im Internet weiter zu schwächen, hat sich der Online-Händler Amazon ein neues Instrument ausgedacht und verlangt von seinen Marketplace-Anbietern ab dem 31. März 2010 die so genannte Preisparität.

Dahinter verbirgt sich die Forderung, dass alle Anbieter in ihren Amazon-externen Onlineshops für eine Ware den gleichen Preis (Warenpreis und Versandkosten!) verlangen müssen, wie sie es als Marketplace-Anbietern bei Amazon tun.

Zitat:
"Der Preis ist für Kunden eines der wichtigsten Entscheidungskriterien beim Kauf. Kunden vertrauen auch darauf, dass die Preise und sonstigen Bedingungen bei Amazon.de im Vergleich zu dem, was sie auf anderen Einkaufsplattformen finden, gleich gut (oder besser) sind. Um Kunden auf Amazon.de die bestmöglichen Kaufoptionen zu bieten, wird Amazon ab dem 31. März von allen Verkäufern, die unter den Amazon.de Teilnahmebedingungen verkaufen, Preisparität verlangen.

Für diese Verkäufer bedeutet Preisparität, dass der Artikelpreis und der Gesamtpreis (insgesamt zu zahlender Preis, ohne Steuern) für alle Artikel, die ein Verkäufer auf Amazon.de anbietet, im Vergleich zu anderen nicht ladengeschäftgebundenen Vertriebskanälen dieses Verkäufers, grundsätzlich gleich günstig oder günstiger sein müssen." (In voller Länge hier nachzulesen)

Bislang konnten Anbieter in ihren eigenen Shops häufig günstiger anbieten, weil dort die Provision an Amazon entfiel und außerdem die Versankosten selbst bestimmt werden konnten. Auf dem Verordnungsweg will Amazon nun seinen Marketplace zur preisgünstigsten Plattform machen.

Es wird interessant sein zu beobachten, ob vielen Anbietern ihre Präsenz bei Amazon so viel wert ist, dass sie sich dafür bereit erklären, ihren eigenen Shop unattraktiv zu machen. Wenn ja, dann hätte Amazon sein Ziel erreicht, denn dann könnten die Anbieter ihre eigenen Shops gleich dichtmachen und nur noch über Amazon verkaufen, mit dem Resultat, dass es weniger Wettbewerb gäbe und die Provisionen für Amazon anstiegen.

Ob der Plan aufgeht? Was meint ihr?

Link: Informationen zur Preisgestaltung auf der Website von Amazon.de

WatchmanCL

Blogger und Rezensent

Christian Loges lebt und arbeitet in Aachen. Wenn er nicht gerade bloggt, verbringt er seine Freizeit gerne mit seinen Freunden und in der Natur. Oder er gönnt sich bei einem anständigen Kaffee ein gutes Buch, einen Film, eine Serie, einen Comic oder ein Hörspiel.

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