Bereits dreimal ging es in der Reihe Dreamland Grusel von Dreamland Productions um Werwölfe. Nun nimmt man sich der Thematik in Dreamland Grusel 26: Die Nächte des Werwolfs ein viertes Mal an. Seit dem 28. Oktober ist das Hörspiel mit einer Laufzeit von ca. 69 Minuten im Handel.

Daniel Shaw erbt ein Anwesen in Greenlaw. Er ahnt jedoch nicht, was dadurch auf ihn zukommt. In dem Ort geschehen in den Vollmondnächten schreckliche Morde. Und der Mörder scheint Daniels Anwesen als Jagdrevier auserwählt zu haben. Wer steckt hinter den bestialischen Morden? Sind es tatsächlich die entflohenen Wölfe aus dem Zoo oder etwas völlig anderes? Gar etwas übernatürliches? Und welche Rolle spielt der geheimnisvolle Jagdclub, dessen Leiter Daniel unbedingt als neues Mitglied gewinnen möchte? Daniel und sein Freund Jack müssen dem Geheimnis auf die Spur kommen und sie haben keine Ahnung, welches Grauen sie dabei erwartet… (Klappentext)

Natürlich gehen die verstümmelten Leichen nicht auf das Konto entlaufener Wölfe, sondern auf das eines Werwolfs. Alles andere wäre schon allein in Anbetracht der Titels, den Dreamland Productions (DLP) diesem Hörspiel verpasst hat, eine faustdicke Überraschung gewesen. Dreamland Grusel sieht sich als Hommage an oder in der Tradition von H.G. Francis' bekannter Gruselserie aus dem Hause Europa. Und in der Tat hätte Dreamland Grusel 26: Die Nächte des Werwolfs auch dort einen Platz finden können, verfügt die Geschichte mit dem Werwolf doch über ein klassisches Grusel- bzw. Monsterelement. Sich der Francis'schen Erzählweise verpflichtet fühlend, verzichtet Josh Stokes auf lange Vorreden, sondern etabliert zügig das Setting samt Protagonisten, damit die Story sich anschließend konsequent abspulen und auf den großen Showdown hinsteuern kann. Um zu verhindern, dass der gradlinig angelegte Plot durch allzu vertiefte Charaktere an der Entfaltung gehindert wird, stattet der Autor die zentralen Figuren gerade einmal mit einem Minimum an Profil aus. Doch seien wir ehrlich: Mehr als das erwartet man von derart handlungsorientierten Geschichten auch gar nicht. Und das, was der Autor den Figuren an Wesenszügen mit auf den Weg gegeben hat, reicht durchaus, damit man ihnen entweder Sympathie oder Ablehnung entgegenbringen kann.

Daniel Shaw (Joschi Hajek), Jack Downley (Tom Steinbrecher) und Valeria O´Hara (Farina Brock) sind die Guten, während Gerald Banson (Christian Weygand), Wolfgang von Radding (Rainer Schmitt) und Harold Bancroft (Dietmar Wunder) quasi von der ersten Minute an das Wort Baddie auf der Stirn stehen haben. Aber was soll's? Immerhin hilft es bei der Orientierung. Wobei es dem Hörer auch so nicht schwerfällt, dem Geschehen zu folgen, da wirklich überraschende Wendungen die Ausnahme bleiben. Zwar rackert sich der Plot ab und treibt die Geschehnisse in angenehm hohen Erzähltempo voran, doch selbst die Begegnung mit dem Werwolf auf einem düsteren Friedhof und das Auftauchen einer Werwolfjägerin können nicht dafür sorgen, Dreamland Grusel 26 über den Level eines unterhaltsamen, allerdings nur mittelmäßig spannenden Hörspiels zu heben, das selbst im Finale einfach zu vorhersehbar ist. Die Leistung des Casts dagegen (zu hören sind neben den bereits genannten Sprechern noch Erik Albrodt, Gernod Endemann, Björn Schalla, Katharina von Daake, Christopher Albrodt und Ulrike Stürzbecher; Christian Rode fungiert als Erzähler) zählt wie die Gestaltung der Soundkulisse durch Tom Steinbrecher und die Musik, für die Andreas Max und Tom Steinbrecher verantwortlich zeichnen, zu den eindeutig positiven Aspekten dieser Produktion. Hier macht sich die große Erfahrung aller Beteiligten bezahlt: Die Besetzung ist mit viel Spielfreude bei der Sache; die Handlung vollzieht sich vor dem Hintergrund einer ansprechenden akustischen Kulisse; dem Soundtrack gelingt es, seinen Beitrag zur Atmosphäre des Hörspiels zu leisten. In allen diesen Punkten kann sich Dreamland Grusel 26 wirklich hören lassen.

Unterm Strich legt DLP mit Dreamland Grusel 26: Die Nächte des Werwolfs zwar kein hochkarätiges Gruselhörspiel vor, aber trotzdem immer noch eines, das man berechtigterweise als solide bezeichnen kann. Seinen doch recht konventionellen Handlungsverlauf, der dem Werwolf-Motiv kaum neue Seiten abgewinnt, vermag das Hörspiel durch das, was es in Sachen Besetzung, Tempo, Sounds und Musik zu bieten hat, ein Stück weit kompensieren. Bei aller Kritik kann man dem Hörspiel also seinen Unterhaltungswert nicht absprechen. Das Bedürfnis, die Reihe möge ich doch bitte möglichst schnell ein fünftes Mal mit der Werwolf-Thematik beschäftigen, weckt die Produktion hingegen nicht.


Dreamland Grusel 26: Die Nächte des Werwolfs ist ein Hörspiel von Dreamland Productions. Im Handel ist es seit dem 28. Oktober 2016 erhältlich.



Nachdem das Hörspiellabel Hanseklang aus Kiel mit seiner EcoHorror-Hörspielreihe Blauer Planet ein erstes Ausrufezeichen setzen konnte, veröffentlichte man Anfang März 2016 den ersten von insgesamt drei Teilen des Mystery-Hörspiels Der Fjord (ich rezensierte ihn hier). Seit Ende Oktober liegt mit Der Fjord (2) nun auch der mittlere Akt vor. Und wie schon sein Vorgänger, hat auch Teil 2 es in sich – und zwar in jeder Hinsicht.

Der Fjord ist seit Jahrhunderten eine Quelle der Sagen und Legenden für sein Volk, das an den Ufern ein von Armut geprägtes Leben abseits der Zivilisation fristet. Als Filip Johansen aus dem Krieg zurückkehrt, führt ihn sein Weg in eine von Vergangenheit und Gegenwart verzerrte Welt. Schon bald stellt er fest, dass etwas mit dem Tod der Frau seines Bruders Kristian nicht stimmt. Auf der Suche nach Hinweisen stößt Filip auf Briefe, die sein Vater geschrieben hat. Er ahnt nicht, dass er damit eine Tür öffnet, die besser für immer verschlossen geblieben wäre. Der Spur seines Bruders folgend, macht sich der junge Mann auf zu einer Reise jenseits der Grenzen von Raum und Zeit. Als der Fjord sein dunkles Geheimnis preisgibt, muss Filip Johansen den Kampf erneut aufnehmen. Doch diesmal ist er selbst sein größter Feind. (Klappentext)

Lediglich in Nuancen unterscheidet sich der Klappentext des zweiten Teils von dem der Auftaktfolge. Ein interessanter Schachzug des Labels, durch den Hanseklang die Hörer herausfordert, sich quasi ohne Vorabinformationen auf das einzulassen, was in den folgenden ca. 67 Minuten auf sie zukommt. Ein Wagnis, das einzugehen sich aber definitiv lohnt, da Der Fjord (2) in Sachen inhaltlicher Dichte und bedrückender Atmosphäre seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Zwar kommt Filip Johansen in der zweiten der aktuellen Folge seinem Ziel, das Mysterium des Fjords zu entschlüsseln, ein deutliches Stück näher – jedoch nur, um zu erkennen, dass die Antworten, die er findet, jenseits der Rationalität liegen: Kann es wirklich sein, dass Realität und Mythen an diesem Ort verschmelzen, während Raum und Zeit ihren Charakter als verlässliche Determinanten verlieren? Oder reflektiert der Fjord lediglich die Sehnsüchte der Menschen mit ihrem Verlangen nach Frieden, Liebe und dem Wunsch, Vergangenes ungeschehen zu machen? Wie dem auch sei, wer sich zu sehr mit dem Fjord und seinen Geheimnissen beschäftigt, zahlt dafür einen hohen Preis. Und Filip muss sich entscheiden, ob er nach seinem Vater und seinem Bruder der nächste sein will, der dem Fjord Tribut zollen muss. Neben der Auseinandersetzung zwischen Mensch und Natur bzw. dem Widerstreit zwischen Rationalität und Mythologie kennt Folge 2 mit der Rivalität zwischen den Brüdern Filip und Kristian Johansen noch eine dritte Konfliktlinie, die vom klassischen Motiv der Leidenschaft für die gleiche Frau geprägt ist. Die Fehde der beiden Söhne des George Johansen, die sich im Verlauf der Handlung immer weiter zuspitzt, scheint dabei ohne finale Konfrontation nicht lösbar. Zwar lassen die Ereignisse die Unterschiede im Wesen der beiden Männer klar hervortreten, zeigen aber gleichzeitig auch, dass sie sich in vielerlei Hinsicht ähnlicher sind, als sie es wahrhaben möchten. Und zugleich stehen Kristian und Filip charakterlich auf den Schultern ihres Vaters. Wie der Vater, so die Söhne. Oder anders gesagt: Der Stoff, aus dem Mythen geboren werden.

Schon bei Folge 1 stammte nicht nur das Skript von Hannes Moorhahn; der Kieler hatte zudem die Regie übernommen. Und auch dieses Mal war er Autor und Regisseur in Personalunion. Roman Knizka (als Filip Johansen), Nils Aulike (Kristian Johansen), Jenny Maria Meyer (Tarja) und Sven Matthias (Henri Magnussen) liefern unter seiner Regie glaubwürdige Portraits ihrer Charaktere ab. Knizka spielt Filip Johansen als einen bodenständigen, von Kriegserlebnissen teilweise traumatisierten Mann, der seinen inneren Frieden verloren hat. Wenngleich er gerne zur Ruhe kommen würde, ist er doch ein Getriebener – gelockt und gleichzeitig erschreckt von dem, was der Fjord ihm Stück für Stück offenbart. Nils Aulike darf als Kristian Johansen dieses Mal deutlich härter und wilder agieren als zuvor – eine Wandlung, die der Sprecher umsetzt, ohne die Figur zu überzeichnen und sie dadurch ihrer Bodenhaftung zu berauben. Und auch Sven Matthias nimmt man seine Darstellung des nüchternen, desillusionierten Fliegers Henri Magnussen jederzeit ab. Da zudem auch das restliche Ensemble mit großer Spielfreude bei der Sache ist, bestätigt Der Fjord (2) den überaus positiven Eindruck, den der Cast bereits in der Auftaktfolge hinterlassen hatte.

Wie eingangs bereits erwähnt, ist Der Fjord (2) von der gleichen düster gedrückten Atmosphäre durchzogen, die auch schon Folge 1 geprägt hatte. Abermals verzichtet Hanseklang auf ein Soundgewitter, sondern setzt stattdessen weiterhin auf dezente, dadurch jedoch nicht weniger wirkungsvolle Geräusche sowie Atmos, die in Ostholstein und in einem Haus in einem Kieler Stadtwald unter Livebedingungen aufgenommen wurden. Das Ergebnis ist ein von einer beklemmenden Stimmung des Vagen und Unabsehbaren gekennzeichneter Klangraum. Verstärkt wird dieses Gefühl beim Hörer noch durch den Soundtrack mit seinen getragenen, dunklen Melodien. Der Aufwand, der in diesem Punkt vom Label betrieben wurde, zahlt sich auf ganzer Linie aus und lässt einen als Hörer definitiv nicht unbeeindruckt.

Der Fjord (2) knüpft in allen Belangen an den überzeugenden ersten Teil an und setzt dadurch die Saga um Filip Johansen und den Fjord in überaus gelungener Weise fort. Im Frühjahr 2017 soll sie mit dem dritten Kapitel dann ihren Abschluss finden. Bis dahin sei nach Folge 1 nun auch Der Fjord (2) allen Mystery-Fans wärmstens ans Herz gelegt.




Bislang konnte Oscar Wilde im Auftrag von Mycroft Holmes die Pläne des Geheimbunds Der Zirkel der Sieben immer noch in letzter Minute vereiteln. Doch die Verschwörer zeigen sich davon jedoch keineswegs entmutigt. Ganz im Gegenteil: In Oscar Wilde & Mycroft Holmes – Sonderermittler der Krone Folge 4: Tod der Königin holen sie jetzt zu einem richtig großen Schlag aus, der Großbritannien in seinen Grundfesten erschüttern soll, denn gemeinsam mit dem durchtriebenen Wissenschaftler Doktor Grell, wollen sie das englische Königshaus vernichten und das Land ins Chaos stürzen. Seit dem 15. Juli 2016 ist das Hörspiel mit einer Laufzeit von ca. 76 Minuten im Handel.

Den ersten drei Folgen dieser Serie aus dem Hause Maritim gelang eins ums andere Mal, mich richtig gut zu unterhalten. Die Geschichten waren spannend, temporeich inszeniert, besaßen Witz, und punkteten sowohl mit einem gut aufgelegten Cast als auch mit einer atmosphärischen Soundkulisse. Was die Besetzung und den Klangraum angeht, so gibt auch Folge 4 keinerlei Anlass zur Klage – der Plot von Jonas Maas hingegen offenbart rückblickend einige Schwächen. So lässt Maas den irrtümlich für tot erklärten Afrikaforscher William Arkhurst (Dietmar Wunder) einem Vertreter der britischen Krone in Kairo ausführlich von seiner strapaziösen Reise durch den „schwarzen Kontinent“ berichten. Die Entdeckung, die Arkhurst gemacht hat, rechtfertigt es durchaus, ihn dafür in den Ritterstand zu erheben, doch die begleitenden Umstände, auf die sich der Forscher bei seiner Schilderung hauptsächlich konzentriert, sind für den Rest des Hörspiels komplett irrelevant. In der folgenden Szene gibt Mycroft Holmes Oscar Wilde dann noch einmal eine Kurzfassung dessen, was der zukünftige Sir William gerade erst ausführlich erläutert hat, um den Sonderermittler ins Bild zu setzen. Auf diese Weise verstreicht viel Zeit, ohne dass für die Handlung und den Hörer wirklich Zählbares dabei herumkommt. Das ist sehr schade, denn der Eröffnungsdialog zwischen Doktor Grell und einem Vertreter des Zirkels ist klasse und etabliert Grell sogleich als einen durch seine Gewissenlosigkeit sehr gefährlichen Wissenschaftler. Ihn durch K. Dieter Klebsch verkörpern zu lassen, war die genau richtige Entscheidung. die von Grell geschaffenen Attentäter sind – das müssen Wilde und Holmes schnell feststellen – nur mit extremen Maßnahmen zu stoppen, was sie zu einer echten Herausforderung macht. Da passt es ins Bild, dass der Sonderermittler wider Willen nicht immer die Oberhand behalten kann. Betrachtet man sich im Detail, wie der Zirkel die Queen umbringen möchte, dann ließe zwar sich einwenden, dass es dafür solcher Super-Killer eigentlich gar nicht bedurft hätte, doch es spricht auch nichts dagegen, es zu tun. Auf solch einen prominenten Spatz kann man auch mit übergroßen Kanonen schießen. Neben dem schon aus dem Titel offenkundigen Missionsziel verfolgen der Zirkel und Grell in diesem Hörspiel noch ein weiteres – und wie der Epilog andeutet, ist der Mad Scientist mit seinem Latein noch lange nicht am Ende, sondern hat sich gerade erst warmgelaufen. Es steht daher zu erwarten, dass wir in kommenden Folgen erneut von ihm hören werden. Eine Wiederkehr erlebt bereits in Folge 4 Wildes Verkleidungstalent. Ihn erneut in Frauenkleidern auftreten zu lassen, ist zwar ein netter Verweis auf Folge 1 und gibt Anlass zu einigen verbalen Scharmützeln zwischen dem Schriftsteller und Mycroft Holmes, wirkt aber irgendwie aufgesetzt, denn eine weniger aufwendige Maskerade hätte es auch getan. Weitgehend überflüssig sind auch die diversen Orts- und Zeitangaben, die man im Larry-Brent-Stil den Szenen vorangestellt hat. Im Zusammenhang mit dem Prolog sowie dem Epilog ergeben sie durchaus noch Sinn, ansonsten wirken sie repetitiv und enervieren mit der Zeit, da man als Hörer absolut keine Probleme hätte, der Handlung auch ohne diese Einleitungen zu folgen. Drei Folgen lang ist die Serie erfolgreich ohne dieses Element ausgekommen; weshalb man plötzlich glaubt, nun darauf zurückgreifen zu müssen, erschließt sich nicht.

Warum auf jene Sprecherinnen und Sprecher gesetzt wurde, die in dieser Produktion zu hören sind, ist hingegen sonnenklar: Es wurde für alle Sprechrollen (selbst für die kleinen) zusammengeholt, was in der Hörspiellandschaft Rang und Namen hat. Sascha Rotermund (Oscar Wilde) und Reent Reins (Mycroft Holmes) agieren wie gehabt wunderbar miteinander und auch im Zusammenspiel mit Leonhard Mahlich als Dr. Peyton. Neben Dietmar Wunder und K. Dieter Klebsch kann man Luise Lunow als eine sehr würdevolle Königin Victoria erleben, Tobias Lelle als Andrew Webbercott und erstmals bekommt der Zirkel zwar kein Gesicht und keinen Namen, jedoch eine Stimme – nämlich die von Rüdiger Schulzki. Michael Pan, Martin Sabel, Marius Clarén, Jürgen Thormann u.a. vervollständigen eine Besetzungsliste, die nicht nur überaus namhaft ist, sondern für absolute Qualität in puncto Sprecherleistung bürgt. Die Klangkulisse inklusive Soundtrack transportiert die Hörerschaft ohne Umwege ins viktorianische Zeitalter und bereitet eine ansprechende, von viel Atmosphäre geprägte Bühne für das Geschehen, dem man, nachdem es eine gewisse anfängliche Trägheit überwunden hat, gerne aufmerksam lauscht.

Acht Folgen hat Maritim von Wilde & Holmes bis jetzt angekündigt, im Erfolgsfall wird es natürlich weitergehen. Bislang konnten die Sonderermittler stets auf die Bedrohung durch den Zirkel der Sieben lediglich reagieren, doch es wird Zeit dass dies ändert und die Protagonisten aktiv gegen die Verschwörer vorgehen. Das Schema Der Zirkel plant – Wilde verhindert hat die Serie zwar gut durch ihre ersten Folgen getragen, aber nun kennt man es zur Genüge und wünscht sich, die Protagonisten würden endlich dazu übergehen, den Spieß umzudrehen und den Zirkel aufs Korn nehmen, anstatt darauf zu warten, was er sich an Niederträchtigem nun wieder ausgedacht hat. Dies würde der Serie nicht nur eine neue Dynamik verleihen, sondern die Geschichten auch davor bewahren, in ihrem Ablauf für den regelmäßigen Hörer allzu berechenbar zu werden. Die Macher sind sich dessen sicherlich auch bewusst. Ob und wie sich Wilde & Holmes konzeptionell weiterentwickelt, werden die kommenden Folgen zeigen. Man darf gespannt sein. 

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – Sonderermittler der Krone Folge 4: Tod der Königin erreicht von der Story her nicht ganz das hohe Niveau seiner Vorgänger. Aber weil sie sich, was die sprechschauspielerischen Leistungen, Schnitt, Abmischung, Score und Sounds angeht, absolut keine Blöße gibt, bleibt auch diese Folge ein überdurchschnittlich gutes Hörspiel mit ordentlich Unterhaltungswert, das neugierig macht auf das, was in der zweiten Hälfte der Staffel noch alles kommen wird. Wem die ersten drei Folgen gefallen haben, sollte auch die neue hören.


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – Sonderermittler der Krone Folge 4: Tod der Königin ist ein Hörspiel des Labels Maritim. Seit dem 15. Juli 2016 ist es im Handel.


Link: Website des Labels Maritim


1974 startete der Kelter-Verlag die Heftromanserie Monstrula über den britischen Reporter Jack Callum, der durch einen Fluch die Fähigkeit erhält, in die Welt der Geister und des Grauens schauen zu können. Ausgestattet mit einem magischen Ring nimmt er den Kampf gegen Dämonen und ähnliches Kroppzeug auf. Zwei Jahre und 46 Ausgaben hielt Callum durch - doch kam das Aus. Ob wirtschaftlicher Misserfolg tatsächlich der Grund für die Absetzung war oder der Verlag mit diesem Schritt einer drohenden Indizierung aufgrund des hohen Gewaltfaktors zuvorkommen wollte, wie immer wieder behauptet wird, ist unklar. 40 Jahre nach dem Ende von Monstrula hat sich das Label Romantruhe Audio der Serie jetzt angenommen und präsentiert im Rahmen seiner Hörspielreihe Geister-Schocker Jack Callums ersten Fall. Geister-Schocker 62: Der Fluch des Geistes ist seit dem 27. Mai 2016 im Handel.

Drohend schwebte der Geist, in einen grünlichen Nebel eingehüllt, auf Jack Callum zu. »Sei verflucht, Irdischer!«, gellte es in den Ohren des Reporters. »Schauen sollst du die Welt der Geister, ertrinken wirst du im Grauen! Ohnmächtig wirst du unserem Wirken zusehen, ohne die Macht, etwas gegen uns zu unternehmen! Du wirst dir den Tod wünschen, aber die Erlösung von der Sehergabe, die ich dir verleihe, kann nur ich dir bringen! So lautet der Fluch des Geistes!« Jack wirbelte herum, doch der grünliche Nebel und das teuflische Gesicht waren verschwunden. So wurde Jack Callum zum Todfeind der Geister. Dies ist sein erstes Abenteuer. (Klappentext)

Ein Skript von Markus Topf (Mord in Serie), die Beteiligung des Gespanns Paul Burghardt/Tom Steinbrecher (Twilight Mysteries) an der Produktion und ein namhafter Cast (Christian Stark, Martin Sabel, Dagmar Bittner, Marc Schülert, Jürgen Thormann, Peter Groeger u.a.) sind sicherlich hochwertige Ingredienzien, die für dieses Hörspiel sprechen. Angesichts der Dürftigkeit des Ausgangsmaterials kommt der von Romantruhe betriebene Aufwand allerdings vergeblicher Liebesmüh gleich. Denn wie zuvor schon andere Hörspiele auf Grundlage verstaubter Trivialliteratur, so führt auch Geister-Schocker 62 dem Hörer deutlich vor Augen, wie überaus schlecht diese Stoffe in den Jahrzehnten seit ihrer Erstveröffentlichung gealtert sind. Sie sind literarische Leichen, die nun zum Zwecke der Vertonung reanimiert und akustisch aufgeschminkt werden, um sie für das Publikum des Jahres 2016 interessant zu machen. Doch es ist weit mehr nötig als Kosmetik, damit eine betagte Story in der Gegenwart ankommt: Dem Plot muss seine Vorhersehbarkeit genommen, die Figuren müssen zu Charakteren erweitert werden. Hölzerne Dialoge gehören eliminiert. Und nicht zuletzt muss es die Geschichte mit ihrer eigenen Handlungslogik endlich genau nehmen, anstatt sie der jeweiligen Szene einfach mal anzupassen, wenn ihr gerade danach ist. Von alledem wurde hier leider nichts umgesetzt. Das Skript setzt stattdessen auf ein hohes Erzähltempo, damit man als Hörer nicht zum Nachdenken kommt; die Inszenierung verlässt sich derweil auf die Zugkraft der Besetzung und die Soundkulisse. Und in der Tat ist Geister-Schocker 62 mit ca. 51 Minuten ein sehr kompaktes Hörspiel ohne Längen geworden, dessen Sprecherinnen und Sprecher ihre Rollen souverän meistern. Die Klangkulisse sowie die Musik sorgen darüber hinaus für eine gefällige Atmosphäre. Großtaten werden jedoch weder vor dem Mikrophon noch am Mischpult vollbracht, weil die Story dies keinem der Beteiligten abverlangt.

Eine Inszenierung von heute trifft bei Geister-Schocker 62: Der Fluch des Geistes auf eine Story von gestern. Das Ergebnis ist zwiespältig und kann deshalb nicht wirklich überzeugen. Als anspruchsloser Gruselhappen für Zwischendurch geht die Produktion noch einigermaßen durch. Wem das reicht, kann zuschlagen, alle anderen sollten sich vielleicht besser nach einem anderen Gruselhörspiel umschauen. Auswahl gibt es ja genug.


Geister-Schocker 62: Der Fluch des Geistes ist seit dem 27. Mai 2016 im Handel.


Wenngleich die allermeisten Spinnen völlig harmlos sind, jagt allein ihr Anblick vielen Menschen immer wieder eine Heidenangst ein. Da verwundert es nicht, dass die Achtbeiner seit Jahrzehnten Gegenstand von Grusel- und Horrorgeschichten sind, in denen sie als todbringende Monster dargestellt werden. Man denke nur an Filme wie Tarantula, Mörderspinnen oder Arachnophobia. Die aktuelle Folge der Hörspielreihe Gespenster-Krimi schlägt in die gleiche Kerbe, denn auch sie weiß über Arachnoiden zu berichten, von denen man sich besser so weit wie möglich fernhalten sollte. Allerdings  hat das den Protagonisten leider niemand gesagt. Gespenster-Krimi 9: Tempel der Dämonen besitzt eine Laufzeit von ca. 70 Minuten und ist seit dem 1. Juli 2016 im Handel.

Eigentlich sind die Amerikaner Harry Bannister, Helm Trigger und Sue Clayton für eine langweilige Reportage nach Indien gereist. Vor Ort werden sie jedoch schnell mit übernatürlichen Ereignissen konfrontiert, die sie mehr als einmal an ihrem Verstand zweifeln lassen. All das steht scheinbar mit dem geheimnisvollen Sektenführer Bhaktivad Carradesch in Verbindung, der die Mächte der Finsternis heraufbeschwört. Um seine finsteren Pläne zu vereiteln, müssen sich Harry und seine Freunde schrecklichen Ungeheuern stellen... (Klappentext)

Markus Topf, unter anderem Autor von Contendos Thriller-Hörspielreihe Mord in Serie, kam die Aufgabe zu, Earl Warrens gleichnamigen Heftroman von 1974 in ein brauchbares Hörspielskript umzuwandeln. Ein wahrlich undankbarer Job, denn das Ausgangsmaterial bietet lediglich den üblichen Dämonenkult-Menschenopfer-Standardplot unter Verwendung umgedeuteter Elemente des Sanskrit, der mit einer Aneinanderreihung der seinerzeit gängigsten Indien-Klischees garniert wurde. Topfs Versuche, der Story einen etwas zeitgemäßeren Anstrich zu geben, sind durchaus ehrbar, doch auch ein Mann mit seiner Erfahrung kann aus Wasser und Brot kein Fünf-Gänge-Menü zaubern. Trash bleibt nun  einmal Trash – ein Bösewicht, der seinem hilflosen, natürlich weiblichen Opfer (und damit auch der Hörerschaft) in aller Ruhe die ganzen Hintergründe und seinen diabolischen Plan erläutert, inklusive. Wer die Dummheit begeht, diese Story ernst zu nehmen oder gar ihre Handlungslogik zu hinterfragen, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Dass sie sich nicht großartig Zeit nimmt, wenigstens den zentralen Figuren etwas charakterliche Tiefe zu verleihen, darf man ihr übrigens nicht zum Vorwurf machen. Denn Geschichten dieser Art kennen traditionell nur eine Devise: Plot, Plot und nochmals Plot! Getreu diesem Motto hält sich das Hörspiel auch mit keinerlei Vorreden auf, sondern legt stattdessen von Beginn an ein ordentliches Tempo an den Tag. Dieser Schwung wird im weiteren Verlauf konsequent beibehalten, während das Geschehen gradlinig auf den großen Showdown zusteuert. An dieser Stelle zahlt sich die Routine von Markus Topf aus, denn so platt, klischeebehaftet und wenig originell die Handlung auch sein mag, so wird sie dennoch auf kurzweilige Art und Weise serviert. 

Inszeniert haben Contendo und Audionarchie dieses Hörspiel auf wahrlich hohem Niveau. Die Sprecherriege (u.a. Jaron Löwenberg, Michael-Che Koch, Nina Goldberg Bodo Wolf und Hartmut Neugebauer als Erzähler) ist hochklassig, das Sounddesign sowie die Musik von Marcel Schweder sorgen für viel Atmosphäre. Und auch in Sachen Regie und Schnitt kann die Produktion voll punkten. Alle Beteiligten verstehen definitiv ihr Handwerk.

Man kann Gespenster-Krimi 9: Tempel der Dämonen seinen Unterhaltungswert sicherlich nicht absprechen. Doch dieser entfaltet sich am ehesten, wenn man die Haltung einnimmt, eine Geschichte aus seligen Groschengruselzeiten im akustischen Gewand des Jahres 2016 erleben zu wollen. Unter solch einer Prämisse macht dieses Hörspiel richtig Spaß. Wirklich gegruselt habe ich mich dieses Mal zwar nicht, doch das kann ich ja vielleicht bei der nächsten Folge nachholen.



Gespenster-Krimi 9: Tempel der Dämonen ist ein Hörspiel von Contendo Media und Audionarchie. Seit dem 1. Juli 2016 ist es im Handel.




Vorab: In der Regel versuche ich, Spoiler komplett zu vermeiden. Dieses Mal war mir dies aber nicht ganz möglich. Alle, die unter Spoilerphobie leiden, sind hiermit vorgewarnt!


Nachdem ich unlängst RRRs aktuelles Hörspiel Vergessene Märchen 1 rezensiert hatte, entschied ich mich dafür, mich auch um Ein Job wie jeder andere aus dem letzten Jahr zu kümmern. Rückblickend hadere ich nicht mit dieser Entscheidung, da es erneut eine spannende Sache war, die Comfort Zone des Gewohnten einmal zu verlassen, um sich einer Produktion zu stellen, die ganz bewusst den nur allzu bekannten Pfaden des Mainstream-Hörspiels eine Absage erteilt. Doch ein zweites Mal werde ich mir Ein Job wie jeder andere nicht anhören.

Der Auftrag: simpel. Das Ziel: männlich. Der Grund: Vergeltung. Doch alles läuft schief. Eine Auftragskillerin soll für ihren neuen Klienten einen Menschen nicht nur töten, sondern ihn vorher auch zu einem Geständnis bewegen. Trotz perfekter Vorbereitung läuft alles anders als ursprünglich geplant – definitiv kein Job wie jeder andere. Wie weit kann ein Mensch gehen? Großartige Schauspieler, reale Soundeffekte und erstklassige Musik sind das Sahnehäubchen auf diesem spannenden und harten Thriller nach einer Kurzgeschichte von Udo Seelhofer. Definitiv nichts für schwache Nerven! (Ankündigungstext)

Dass sich Ein Job wie jeder andere an die Rape-and-Revenge-Filme des Exploitation-Kinos anlehnt, offenbart bereits das Cover: Von Angst entstellte Gesichter, gefesselte Menschen, ein von Wunden übersäter männlicher Körper und ohnehin jede Menge nackte Haut – wer das Cover gesehen hat, kann hinterher kaum behaupten, zufällig in eines der brutalsten Hörspiele der letzten Zeit (vielleicht sogar aller Zeiten) hineingestolpert zu sein. Bestand in RaR-Klassikern wie I Spit on Your Grave oder The Last House on the Left zu keiner Zeit ein Zweifel daran, dass jene, an denen Rache geübt wurde, dies auch verdient hatten, so ist das in Ein Job wie jeder andere anders: Für Katjas Auftraggeber (Bert Stevens) steht zwar definitiv fest, dass seine Tochter Erika (Dagmar Bittner) von Thomas Bergmann (David Wehle) vergewaltigt und anschließend ermordet wurde, und es sprechen einige Dinge durchaus dafür. Allerdings kann auch Bergmanns Version der Ereignisse stimmen. Und wenn er schließlich die Tat zugibt, dann ist dieses Geständnis absolut wertlos, denn es lässt sich problemlos argumentieren, Bergmann bekenne sich lediglich schuldig, um seine Geliebte Monika (Anette Gunkel) zu retten. Die Wahrheit bleibt bis zum Schluss im Dunkeln, weshalb es an dem Hörer ist, sich seine eigene Meinung bilden und zu entscheiden, welcher Seite er schlussendlich Glauben schenken möchte. Eine durchaus interessante Konstellation, die sich Autor Udo Seelhofer da ausgedacht hat. Allerdings besitzt sie eine deutliche Kehrseite: Eine Identifikation ist mit keiner der zentralen Figuren möglich. Erikas Vater hat ein Recht auf seine Trauer und auch auf seine Wut, dass der Täter nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Allerdings lässt sich nicht ausschließen, dass der die Ermordung eines Unschuldigen in Auftrag gibt. Bergmann kann das Verbrechen begangen haben oder eben auch nicht. Katja (Katrin Daliot) mordet des Geldes wegen, ist dadurch ohnehin schon moralisch diskreditiert. Mit Bergmann quält und killt sie möglicherweise den Falschen. Und selbst dann, wenn man als Hörer von Bergmanns Schuld durch dessen Geständnis überzeugt ist, erlischt Katjas Status als (bezahlter) Arm der Gerechtigkeit sogleich wieder, als sie Monika auslöscht, die mit der ganzen Sache absolut nichts zu tun hatte. Udo Seelhofer und Regisseur/Ko-Autor Lars Dreyer-Winkelmann wollen dem Publikum Katja als eine Protagonistin mit ambivalenter Persönlichkeit präsentieren, die im Verlauf der Geschichte ein Wandlung durchmacht. Ein löbliches Unterfangen, das jedoch nur teilweise von Erfolg gekrönt ist. Wenn die abgebrühte Profikillerin zu einem Racheengel mutiert, der eine geradezu sadistische Freude am Quälen eines Mannes empfindet, den er für einen Vergewaltiger und Mörder hält, ist das durchaus noch nachvollziehbar. Katjas Zurückschwenken in die Verhaltensmuster einer gedungenen Mörderin (akribische Säuberung des Tatorts, Abkassieren beim Auftraggeber) ist es schon weniger. Und wenn sie in der letzten Szene von Zweifeln über ihre Tätigkeit von Gefühlen überwältigt in Tränen ausbricht, dann ist das endgültig keine schlüssige Entwicklung dieser Figur mehr. Ohnehin fällt es sehr schwer, einem Hörspiel, das über weite Strecken das Zufügen extremer körperlicher Schmerzen zelebriert, ein aufrichtiges Interesse an moralischen oder ethischen Themen abzunehmen. Wenn sie in den letzten Minuten doch noch aufgeworfen werden, dann hat das nicht mehr als Feigenblatt-Charakter. Zu sehr hat sich das Hörspiel zuvor an der expliziten Darstellung von Katjas Foltertechniken geweidet, zu sehr wurde die Bereitschaft des Publikums geprüft, dieser sich immer weiter steigernden Gewaltorgie bis zum Ende zu lauschen, als dass Ein Job wie jeder andere für sich in Anspruch nehmen dürfte, eine ernstzunehmende Auseinandersetzung mit einer ethisch-moralischen Fragestellung zu sein.

Bei der Besetzung der Hauptrollen hatte RRR sicherlich eine glückliche Hand, denn Katrin Daliot und David Wehle überzeugen durch ihr intensives Spiel, während Bert Stevens eine wirklich eindrucksvolle Verkörperung des seelisch gebrochenen Vaters gelingt, von dem Katja ihren Auftrag erhält. Annette Gunkel, Dagmar Bittner, Timo Wussow, Jan Koppens komplettieren den Cast, der einen durchweg positiven Eindruck hinterlässt. Das dezente aber effektvolle Sounddesign sowie die Musik sorgen für die nötige Atmosphäre, der Schnitt und die Abmischung geben keinen Grund zur Beanstandung.

Wenn ein junges Label wie RRR ein absolutes Off-Mainstream-Hörspiel wie Ein Job wie jeder andere realisiert, dann gebührt ihm dafür größtmöglicher Respekt. Denn an einen solchen Plot würden sich die etablierten Platzhirsche in 100 Jahren noch nicht herantrauen. Dieses Hörspiel hat mich herausgefordert wie schon lange kein anderes mehr. Es hat mich dreist angegrinst und gefragt: Kannst du noch oder steigst Du aus? Wohl wissend, dass ich ihm den Triumph nicht gönnen und bis zum Ende durchhalten würde. Was in der Geschichte passiert, ist widerlich, ekelhaft und teilweise regelrecht pervers. Es enttarnt den Voyeur im Hörer, setzt ihn einer gnadenlosen akustischen Tour de Force aus und schert sich dabei einen Dreck um Tabus. Wo die Masse auf Sicht fährt, lotet dieses Hörspiel rigoros Grenzen aus. Auf seine ganz eigene, rücksichtslose Art ist diese Produktion grandios; sie gehört zu haben, war eine interessante Erfahrung. Ein Job wie jeder andere hat mir wieder einmal vor Augen geführt, dass es für mich in Sachen Gewaltdarstellung eine Grenze gibt, jenseits derer ich nicht mehr sagen kann, ich hätte eine Geschichte gerne gesehen, gelesen oder gehört. Diese Grenze wurde hier weit überschritten. Rezensionen enden in der Regel mit einer Empfehlung oder Warnung. Weder das eine noch das andere wird es dieses Mal von mir nicht geben, denn dieses Hörspiel und ich passen einfach nicht zusammen. Bin ich zu weich? Möglich. Ist es zu hart? Vielleicht. Dieses Hörspiel hat zweifellos seine Existenzberechtigung - doch in jene Bereiche, in die es mutig vorstößt, möchte ich ihm kein zweites Mal folgen.


Ein Job wie jeder andere ist ein Hörspiel von RRR Audiovisuelle Medien. Es erschien mit einer Laufzeit von ca. 55 Minuten im Juni 2015.